Das Wichtigste in Kürze:
- Ein aktuelles Smartphone reicht als Ausrüstung völlig aus
- Ein kleines Portfolio lässt sich ganz ohne bezahlte Aufträge aufbauen
- Über spezialisierte Plattformen oder Direktkontakt zu Marken kommen die ersten Jobs meist schneller zustande als gedacht
Wer UGC Creator werden möchte, braucht dafür weder ein großes Kamera-Equipment noch eine eigene Reichweite auf Instagram oder TikTok. UGC steht für User Generated Content, und genau das macht den Einstieg so zugänglich: Marken suchen echte Menschen, die ihre Produkte glaubwürdig vor der Handykamera zeigen, nicht perfekt inszenierte Werbespots. Wer strukturiert vorgeht, kann innerhalb weniger Wochen die ersten bezahlten Aufträge bekommen, auch ganz ohne Vorerfahrung.

Was macht ein UGC Creator eigentlich?
Ein UGC Creator produziert Videos oder Bilder, die aussehen wie ganz normale Handyaufnahmen: ein Unboxing, ein ehrlicher Produkttest, eine kurze Anwendungsszene im Alltag. Der entscheidende Unterschied zum Influencer-Marketing liegt darin, wer den Content am Ende zeigt. Ein Influencer postet auf seinem eigenen Kanal und leiht der Marke seine Reichweite, ein UGC Creator liefert das fertige Material, und das Unternehmen spielt es über die eigenen Kanäle oder als bezahlte Anzeige aus.
Genau deshalb spielt die eigene Followerzahl beim Einstieg keine Rolle. Bezahlt wird nicht für Sichtbarkeit, sondern für ein fertiges Video, das eine Marke selbst verbreitet. Wer sich also fragt, ob UGC Creator werden auch ohne Follower oder ohne großes Netzwerk funktioniert, kann diese Sorge getrost beiseitelegen.
Welche Content-Formate sind bei Marken gefragt?
Bevor es an die eigene Ausrüstung geht, lohnt sich ein Blick darauf, was Marken tatsächlich einkaufen. Am gefragtesten sind ehrliche Produktreviews, bei denen ein Produkt im Alltag getestet und bewertet wird, weil sie am glaubwürdigsten wirken und sich vielseitig einsetzen lassen. Fast genauso beliebt sind klassische Unboxing-Videos, die den ersten Eindruck beim Auspacken einfangen und sich besonders gut für neue Produkteinführungen eignen.
Daneben fragen viele Unternehmen kurze Tutorials nach, in denen eine Anwendung oder ein Rezept Schritt für Schritt gezeigt wird, sowie Testimonial-Videos, in denen direkt in die Kamera gesprochen und von der eigenen Erfahrung mit einem Produkt berichtet wird. Wer seine ersten Beispielvideos plant, sollte sich an genau diesen vier Formaten orientieren, statt sich an aufwendigen, cineastischen Produktionen zu versuchen. Genau die einfache, schnell wiederholbare Machart ist es, die UGC für Marken so attraktiv macht.
Diese Ausrüstung brauchst du wirklich um mit UGC zu starten
Der größte Irrglaube beim Einstieg ist die Annahme, man bräuchte teures Kamera-Equipment. Tatsächlich filmen die meisten erfolgreichen UGC Creator ausschließlich mit dem Smartphone, weil genau dieser leicht unperfekte, handygefilmte Look bei Marken gefragt ist. Ein modernes Handy mit ordentlicher Kamera ist damit schon die halbe Ausrüstung.
Für spürbar bessere Ergebnisse lohnen sich zwei kleine Anschaffungen: ein Stativ für ruhige, gerade Aufnahmen und ein einfaches Ringlicht für rund 25 Euro, das Gesichter und Produkte gleichmäßig ausleuchtet. Ein kleines Ansteckmikrofon verbessert zusätzlich den Ton, was gerade bei Testimonials und gesprochenen Reviews den Unterschied macht. Für den Schnitt reichen kostenlose Apps wie CapCut völlig aus, professionelle Schnittsoftware braucht es zum Start nicht.
In vier Schritten zu den ersten UGC-Aufträgen
Wer diese vier Schritte der Reihe nach durchgeht, hat innerhalb weniger Wochen ein präsentables Portfolio und kann die ersten Bewerbungen versenden.
Schritt 1: Eine Nische finden
Statt alles zu filmen, lohnt es sich, sich früh auf zwei bis drei Themenfelder festzulegen, etwa Beauty, Food, Fitness oder Tech. Eine klare Nische macht es Marken leichter einzuschätzen, ob der eigene Content zum Produkt passt, und erleichtert später auch die gezielte Suche nach passenden Aufträgen.
Schritt 2: Ein Portfolio ohne bezahlte Aufträge aufbauen
Für den Einstieg braucht es noch keinen einzigen bezahlten Job. Es reichen vier bis sechs selbst gedrehte Beispielvideos zu Produkten, die ohnehin zuhause vorhanden sind: ein Unboxing, ein kurzer ehrlicher Test, eine kleine Anwendungsszene. Diese Clips lassen sich kostenlos auf einer einfachen Seite über Canva oder Google Sites zu einem digitalen Portfolio zusammenfassen, ergänzt um eine grobe Preisvorstellung pro Video.

Wichtig ist dabei weniger die Optik der Portfolioseite als die Auswahl der Clips selbst: Lieber vier wirklich gute, gut ausgeleuchtete Videos als zehn mittelmäßige. Marken, die ein Portfolio sichten, entscheiden meist innerhalb der ersten Sekunden eines Clips, ob Ton, Bild und Auftreten zu ihrem Produkt passen.
Solltest du Unterstützung beim Aufbaue deines Portfolios benötigen, dann melde dich gerne direkt bei mir.
Schritt 3: Aufträge über Plattformen oder Direktkontakt finden
Es gibt inzwischen mehrere spezialisierte UGC-Plattformen, über die sich Creator kostenlos registrieren und auf offene Aufträge bewerben können. Parallel dazu lohnt sich der direkte Weg: Marken lassen sich über Instagram, TikTok oder E-Mail ansprechen, das Portfolio einfach mitverlinkt. Gerade kleinere Unternehmen reagieren auf eine kurze, konkrete Anfrage oft positiver als auf eine Bewerbung über eine große Plattform.
Schritt 4: Ein Gewerbe anmelden
Sobald nach außen hin erkennbare Dienstleistungen angeboten werden und regelmäßig Geld fließt, wird aus dem Hobby eine gewerbliche Tätigkeit, und ein Kleingewerbe muss angemeldet werden. Einen guten, unabhängigen Überblick über Ablauf und Voraussetzungen bietet das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums.
Was kann man als UGC Creator verdienen?
Die Preise variieren stark je nach Erfahrung, Aufwand und Nutzungsrechten. Einsteiger erhalten häufig zunächst kostenlose Produkte oder Honorare zwischen 50 und 200 Euro pro Video, erfahrenere Creator verlangen für aufwendigere Formate oder umfangreiche Nutzungsrechte auch deutlich mehr. Wichtig ist dabei, von Anfang an zwischen dem reinen Drehhonorar und den Nutzungsrechten zu unterscheiden: Darf eine Marke das Video nur einmal organisch posten oder monatelang als bezahlte Anzeige schalten, macht das preislich einen erheblichen Unterschied. Wer hier von Beginn an klar kalkuliert, vermeidet spätere Diskussionen mit Auftraggebern.
Auch die Anzahl der gelieferten Varianten wirkt sich auf den Preis aus. Wer zu einem Produkt gleich drei oder vier unterschiedliche Hooks oder Anschnitte liefert, kann dafür einen Aufpreis verlangen, weil die Marke damit mehrere Werbevarianten gleichzeitig testen kann. Gerade für Unternehmen, die UGC-Content für Anzeigen nutzen, ist dieser Mehrwert oft mehr wert als ein einzelnes, perfekt geschnittenes Video.
Typische Anfängerfehler vermeiden
Viele Einsteiger machen den Fehler, zu perfektionistisch an das erste Video heranzugehen, dabei ist gerade die unperfekte, authentische Machart der eigentliche Vorteil von UGC gegenüber klassischer Werbung. Genauso häufig fehlt es an einer klaren Preisvorstellung: Wer sich beim ersten Auftrag deutlich unter Wert verkauft, tut sich später schwer, die Preise wieder anzuheben. Und wer sich zu breit aufstellt, statt eine erkennbare Nische zu besetzen, wird für Marken schwerer greifbar als jemand mit klarem Themenfokus.
Wer diese vier Schritte einmal durchlaufen hat, merkt schnell, dass der Einstieg als UGC Creator weniger eine Frage von teurer Ausrüstung oder Vorerfahrung ist, sondern vor allem von Konsequenz beim Aufbau des eigenen Portfolios. In einem der nächsten Artikel schauen wir uns aus Unternehmenssicht an, worauf es bei einem guten Briefing für UGC-Creator ankommt.
Häufige Fragen zum Einstieg als UGC Creator
Wie kann man UGC Creator werden?
Der Einstieg gelingt über eine klare Themen-Nische, ein paar selbst gedrehte Beispielvideos als Portfolio und die Bewerbung über UGC-Plattformen oder den Direktkontakt zu Marken. Eine große eigene Reichweite ist dafür nicht nötig.
Wie viel verdienen UGC Creator?
Einsteiger bekommen häufig zunächst kostenlose Produkte oder 50 bis 200 Euro pro Video, mit mehr Erfahrung und weitergehenden Nutzungsrechten steigen die Honorare deutlich.
Wie fängt man mit UGC an?
Am einfachsten mit vier bis sechs Beispielvideos zu Produkten, die bereits zuhause vorhanden sind, gesammelt in einem einfachen Online-Portfolio, zum Beispiel über Canva oder Google Sites.
Wie komme ich an UGC-Aufträge?
Über spezialisierte UGC-Plattformen, auf denen Marken Aufträge ausschreiben, oder über den direkten Kontakt zu Unternehmen auf Instagram, TikTok oder per E-Mail, jeweils mit einem Link zum eigenen Portfolio.