Das Wichtigste in Kürze:
- Die schnellste Lösung sind UGC-Plattformen, auf denen du einen Auftrag ausschreibst und dich Creator bewerben
- Agenturen nehmen dir die meiste Arbeit ab, kosten dafür aber auch am meisten
- Die Suche über Social Media ist günstig, aber zeitaufwendig
- Die Suche über Social Media ist günstig, aber zeitaufwendig
Wer als Unternehmen einen UGC Creator finden will, hat grundsätzlich vier Wege: eine UGC-Plattform, eine Agentur, die direkte Suche auf Instagram und TikTok oder eine persönliche Vermittlung. Welcher Weg passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, wie viel Zeit du selbst in Auswahl, Briefing und Abstimmung stecken willst. In diesem Artikel schauen wir uns alle vier Varianten ehrlich an und zeigen, woran du einen guten Creator erkennst, bevor du den ersten Auftrag vergibst.
Falls du noch ganz am Anfang stehst und erst verstehen willst, was hinter dem Begriff steckt:

Warum Follower bei UGC kaum eine Rolle spielen
Bevor es darum geht, wo du einen UGC Creator finden kannst, lohnt sich ein kurzer Blick auf einen typischen Denkfehler. Viele Unternehmen suchen UGC Creator nach denselben Kriterien wie Influencer: Wie viele Follower hat die Person, wie hoch ist die Engagement-Rate, passt die Community zur Zielgruppe? Selbst aktuelle KI-Assistenten geben auf die Frage nach der Creator-Auswahl oft genau diese Tipps.
Bei User Generated Content im Marketing-Sinn läuft es aber anders. Der Creator produziert ein Video, und du veröffentlichst es auf deinen eigenen Kanälen oder spielst es als Werbeanzeige aus. Die Reichweite kommt also von dir und deinem Werbebudget, nicht vom Creator. Ein UGC Creator mit 800 Followern kann deshalb für deine Zwecke deutlich besser geeignet sein als ein Influencer mit 80.000, wenn er vor der Kamera natürlich wirkt und ein Produkt glaubwürdig erklären kann.
Was du stattdessen brauchst, ist jemand, der deine Zielgruppe verkörpert, sauber und schnell liefert und mit einem Briefing umgehen kann. Genau darauf solltest du bei der Suche achten.
UGC Creator finden: Die 4 wichtigsten Wege im Vergleich
1. UGC-Plattformen
Auf einer UGC Plattform legst du einen Auftrag an, beschreibst Produkt, Format und Zielgruppe, und interessierte Creator bewerben sich darauf. Du wählst anschließend anhand von Profilen und Referenzvideos aus. Das geht schnell, oft hast du innerhalb weniger Tage die ersten Videos. Die bekannten Anbieter im deutschsprachigen Raum haben jeweils mehrere tausend registrierte Creator.
Der Nachteil liegt in der Masse. Bei beliebten Aufträgen bekommst du schnell Dutzende Bewerbungen, und die Qualität schwankt stark. Außerdem bleibt die Beziehung zum Creator meist an die Plattform gebunden, was spätere Folgeaufträge umständlicher macht. Für Unternehmen, die einfach mal testen wollen, ob UGC für ihr Produkt funktioniert, ist eine Plattform trotzdem ein guter Einstieg.
2. UGC-Agenturen
Eine UGC Agentur übernimmt den kompletten Prozess: Sie sucht passende Creator aus, schreibt die Skripte, koordiniert die Produktion und liefert fertig geschnittene Videos, häufig direkt optimiert für Meta- oder TikTok-Ads. Du gibst im Grunde nur Ziel und Produkt vor.
Das ist bequem, aber auch der teuerste Weg, weil du neben dem Creator-Honorar für Konzeption, Projektmanagement und Schnitt bezahlst. Sinnvoll ist eine Agentur vor allem dann, wenn du regelmäßig viele Anzeigenvarianten brauchst und intern niemanden hast, der sich um Briefings und Feedbackschleifen kümmern kann.
3. Direkte Suche auf Instagram und TikTok
Viele Creator zeigen ihre Arbeit offen auf Social Media. Über Hashtags wie #ugccreator, #ugcdeutschland oder #ugccreatorgermany findest du Profile, die UGC als Dienstleistung anbieten, oft mit Portfolio-Link in der Bio. Passt dir der Stil, kannst du die Person direkt per Nachricht oder E-Mail anfragen.
Dieser Weg kostet kein Plattformentgelt, und du baust von Anfang an eine direkte Beziehung auf. Dafür liegt die komplette Prüfung bei dir: Seriosität, Rechnungsstellung, Vertrag und Nutzungsrechte musst du selbst klären. Plane also mehr Zeit ein, als du zunächst denkst.
4. Persönliche Vermittlung
Zwischen Plattform und Full-Service-Agentur gibt es noch einen Mittelweg: kleine Vermittlungen, die einen überschaubaren Pool an Creatorn persönlich kennen und dir gezielt zwei oder drei passende Profile vorschlagen. Du sparst dir das Durchsehen von Dutzenden Bewerbungen, arbeitest aber trotzdem direkt mit dem Creator zusammen.
Dieser Weg eignet sich besonders für kleinere und mittlere Unternehmen, die keine Massenproduktion brauchen, sondern ein paar gute Videos von jemandem, auf den sie sich verlassen können.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Einen UGC Creator finden ist das eine, den richtigen auswählen das andere. Egal über welchen Weg du suchst, die eigentliche Arbeit beginnt bei der Auswahl. Ein schönes Profil sagt noch wenig darüber aus, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Diese Punkte solltest du prüfen, bevor du einen Auftrag vergibst:
- Portfolio mit echten Beispielen: Mindestens drei bis fünf Videos in dem Format, das du brauchst (etwa Unboxing, Testimonial oder Tutorial)
- Hook in den ersten Sekunden: Schafft es der Creator, in den ersten zwei bis drei Sekunden Aufmerksamkeit zu erzeugen?
- Ton und Bild: Sauberer Ton ist wichtiger als eine teure Kamera, ein Smartphone reicht völlig
- Passung zur Zielgruppe: Würde deine Kundschaft der Person die Empfehlung abnehmen?
- Kommunikation: Wie schnell und wie klar antwortet der Creator auf deine erste Anfrage?
Bei mehreren Kandidaten hilft ein kleiner, bezahlter Testauftrag mit einem einzelnen Video. So siehst du, wie jemand mit deinem Briefing umgeht, bevor du ein größeres Paket vergibst. Unbezahlte Probevideos solltest du dagegen nicht verlangen. Gute Creator lehnen so etwas zu Recht ab, und du sortierst damit genau die Leute aus, die du eigentlich haben willst.
Das Briefing entscheidet über das Ergebnis
Ein großer Teil der Enttäuschungen bei UGC-Kooperationen hat seine Ursache nicht beim Creator, sondern beim Briefing. „Mach mal ein cooles Video zu unserem Produkt“ führt fast immer zu Ergebnissen, die an der Idee vorbeigehen.
Ein gutes UGC Briefing beschreibt kurz das Produkt und seinen wichtigsten Nutzen, die Zielgruppe, das gewünschte Format samt Länge, die Plattform, auf der das Video laufen soll, und die zentrale Botschaft. Genauso wichtig sind die Dinge, die nicht vorkommen dürfen, etwa bestimmte Werbeversprechen oder Konkurrenzprodukte im Bild. Lass dem Creator gleichzeitig genug Freiraum für die eigene Sprache. Ein Wort-für-Wort-Skript nimmt dem Video genau die Authentizität, wegen der du UGC überhaupt einsetzt.
Nutzungsrechte: Der Punkt, den viele vergessen
Wenn du einen Creator bezahlst, gehört dir das Video nicht automatisch in jeder Form. Nach deutschem Urheberrecht bleibt der Creator Urheber, und du erhältst nur die Nutzungsrechte, die ihr vereinbart. Der § 31 des Urheberrechtsgesetzes regelt, dass solche Rechte räumlich, zeitlich und inhaltlich beschränkt eingeräumt werden können. Was nicht ausdrücklich vereinbart ist, gilt im Zweifel eher als nicht übertragen.
Kläre deshalb schriftlich, wo du das Video nutzen darfst (nur organisch auf deinen Kanälen oder auch als bezahlte Anzeige), wie lange die Nutzung gilt, ob du das Material schneiden und für weitere Varianten verwenden darfst und ob die Rechte exklusiv sind. Gerade die Nutzung als Werbeanzeige ist für viele Creator ein eigener Preisbestandteil. Das ist fair, denn ein Video, das monatelang als Ad läuft, bringt dir deutlich mehr Wert als ein einzelner Post.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Bei größeren Kampagnen oder unklaren Fällen lohnt sich ein kurzer Blick von jemandem, der sich mit Medienrecht auskennt.
Was kostet ein UGC Creator?
Die UGC Creator Preise in Deutschland schwanken stark und hängen von Erfahrung, Format, Anzahl der Videos und vor allem vom Umfang der Nutzungsrechte ab. Einsteiger und Plattformangebote beginnen oft bei gut 100 Euro pro Video. Erfahrene Creator, die Skript, Hook-Varianten und Werberechte mitliefern, liegen häufig spürbar darüber. Pakete mit mehreren Videos sind pro Stück meist günstiger als Einzelaufträge.
Daneben gibt es Barter-Modelle, bei denen der Creator das Produkt behalten darf und dafür Content liefert. Für kleine Budgets kann das funktionieren, allerdings ist die Verbindlichkeit oft geringer. Wer verlässliche Qualität und klare Rechte will, fährt mit einer fairen Bezahlung in der Regel besser. Plane das Budget deshalb schon ein, bevor du einen UGC Creator finden und anfragen willst, damit du im ersten Gespräch realistisch verhandeln kannst.
Fazit: Nicht der größte Pool gewinnt, sondern die beste Passung
Einen UGC Creator zu finden ist heute nicht schwer. Schwieriger ist es, den richtigen zu finden, also jemanden, der deine Zielgruppe glaubwürdig anspricht, zuverlässig liefert und mit dem die Rechtefrage sauber geklärt ist. Plattformen sind gut zum Testen, Agenturen für große Volumen, die Direktsuche für alle mit Zeit und persönliche Vermittlungen für Unternehmen, die wenig Aufwand und trotzdem direkten Kontakt wollen.
Wenn du dich selbst für die Creator-Seite interessierst oder verstehen willst, wie Creator an ihre ersten Aufträge kommen, findest du hier den passenden Artikel:
Häufige Fragen zum Thema UGC Creator finden
Wo finde ich UGC Creator für mein Unternehmen?
Die gängigsten Anlaufstellen sind UGC-Plattformen, auf denen du Aufträge ausschreibst, spezialisierte Agenturen, persönliche Vermittlungen und die direkte Suche über Hashtags wie #ugccreator oder #ugcdeutschland auf Instagram und TikTok.
Wie viel kostet ein UGC Creator?
Das hängt von Erfahrung, Umfang und Nutzungsrechten ab. Einfache Videos starten oft bei gut 100 Euro, Videos mit Werberechten und mehreren Varianten kosten entsprechend mehr. Pakete sind pro Video meist günstiger.
Brauche ich einen Vertrag mit dem Creator?
Ja, zumindest eine schriftliche Vereinbarung per E-Mail oder Auftragsbestätigung. Darin sollten Leistung, Liefertermin, Honorar und vor allem die Nutzungsrechte klar geregelt sein.
Muss ein UGC Creator viele Follower haben?
Nein. Da du das Video auf deinen eigenen Kanälen oder als Anzeige nutzt, zählt vor allem, wie überzeugend und natürlich der Creator vor der Kamera wirkt, nicht wie groß seine eigene Reichweite ist.
Wie lange dauert es, einen UGC Creator zu finden?
Über eine Plattform hast du oft innerhalb weniger Tage die ersten Bewerbungen. Bei der Direktsuche auf Social Media solltest du eher ein bis zwei Wochen für Recherche, Anfragen und Abstimmung einplanen. Ein bezahlter Testauftrag verlängert den Start etwas, spart aber später viel Ärger.
Was ist besser: UGC Plattform oder Agentur?
Eine Plattform ist schneller und günstiger, wenn du Zeit für Auswahl und Briefing hast. Eine Agentur lohnt sich, wenn du regelmäßig viele Videos brauchst und den gesamten Prozess abgeben willst.
