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UGC Video: Formate, Aufbau und Kosten im Überblick

Martin Jansen
|
Oktober 12, 2026

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze:

Ein UGC Video ist ein kurzes, authentisch wirkendes Video, in dem eine echte Person ein Produkt oder eine Dienstleistung zeigt, testet oder empfiehlt. Es sieht aus wie ein normaler Beitrag aus dem Feed und nicht wie ein Werbespot aus dem Studio. Genau das macht es für Marken so interessant: Die Leute scrollen nicht sofort weiter, weil ihnen die Machart vertraut vorkommt.

Smartphone vor einem Ringlicht als einfaches Setup für UGC Videos

In diesem Artikel erfährst du, welche Formate sich bewährt haben, wie ein gutes UGC Video aufgebaut ist, was TikTok, Instagram und Werbeanzeigen technisch verlangen und mit welchen Kosten du rechnen solltest. Falls du mit dem Begriff UGC noch gar nichts anfangen kannst, lohnt sich vorher ein Blick in unseren Grundlagenartikel.

Was ist ein UGC Video genau?

UGC steht für User Generated Content, also Inhalte, die von Nutzern statt von der Marke selbst stammen. Ursprünglich waren damit freiwillige Beiträge zufriedener Kunden gemeint. Heute versteht man unter einem UGC Video meistens etwas Professionelleres: Eine Marke beauftragt einen UGC Creator, der ein Video im typischen Nutzer-Look produziert und es anschließend an das Unternehmen übergibt.

Der wichtigste Unterschied zum Influencer-Marketing liegt darin, wo das Video landet. Ein Influencer postet auf dem eigenen Kanal und verkauft vor allem Reichweite. Ein UGC Creator liefert dagegen nur den Content, und die Marke veröffentlicht das Video auf ihren eigenen Kanälen oder schaltet es als Anzeige. Follower spielen für den Creator deshalb kaum eine Rolle, entscheidend ist, ob das Video überzeugt.

Die wichtigsten UGC-Video-Formate

Nicht jedes Format passt zu jedem Produkt. Ein Hautpflegeprodukt verkauft sich über sichtbare Ergebnisse, eine App eher über eine kurze Anleitung. Diese fünf Formate decken den Großteil dessen ab, was du in deinem Feed als UGC Video siehst.

Testimonial und Review

Der Creator erzählt in die Kamera, warum er das Produkt nutzt und was es ihm gebracht hat. Das Format lebt von Glaubwürdigkeit, deshalb funktionieren konkrete Details besser als allgemeines Lob. Ein Satz wie “Seit drei Wochen schlafe ich durch” überzeugt mehr als “Das Produkt ist super”.

Unboxing

Das Paket wird vor laufender Kamera geöffnet, die ersten Eindrücke werden direkt kommentiert. Unboxings eignen sich besonders für Produkte mit schöner Verpackung oder mehreren Bestandteilen, weil sie Vorfreude erzeugen und gleichzeitig zeigen, was der Kunde tatsächlich bekommt.

Tutorial und How-to

Hier steht die Anwendung im Mittelpunkt. Der Creator zeigt Schritt für Schritt, wie ein Produkt funktioniert oder wie man ein bestimmtes Ergebnis erreicht. Das Format nimmt potenziellen Kunden die Unsicherheit und beantwortet Fragen, bevor sie überhaupt gestellt werden.

Problem und Lösung

Das Video startet mit einem Alltagsproblem, das die Zielgruppe kennt, und präsentiert das Produkt anschließend als Lösung. Weil sich Zuschauer im Problem wiedererkennen, ist dieses Format besonders stark für Werbeanzeigen und gehört zu den meistgenutzten UGC Ads.

Vorher-Nachher

Ein direkter Vergleich macht den Effekt sichtbar, etwa bei Reinigungsmitteln, Kosmetik oder Einrichtung. Wichtig ist hier Ehrlichkeit: Übertriebene oder geschönte Ergebnisse fallen schnell auf und können bei Werbeanzeigen sogar rechtliche Probleme verursachen.

So ist ein gutes UGC Video aufgebaut

Ganz gleich, welches Format du wählst, die meisten erfolgreichen UGC Videos folgen derselben Grundstruktur. Sie ist kein starres Schema, aber ein verlässlicher Rahmen, an dem sich Creator und Unternehmen gut orientieren können.

Die Hook in den ersten Sekunden

Die ersten ein bis drei Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut. Eine gute Hook ist eine Frage, eine überraschende Aussage oder ein Bild, das neugierig macht. Viele Marken lassen sich deshalb mehrere Hook-Varianten für dasselbe Video drehen und testen in Anzeigen, welche am besten läuft. Der Rest des Videos bleibt dabei gleich.

Der Hauptteil

Im Hauptteil wird das Versprechen aus der Hook eingelöst. Der Creator zeigt das Produkt in Benutzung, nennt ein bis zwei konkrete Vorteile und bleibt dabei in seiner eigenen Sprache. Zu viele Informationen auf einmal schwächen die Botschaft. Besser ist es, sich auf den einen Grund zu konzentrieren, warum jemand das Produkt kaufen sollte.

Der Call to Action

Am Ende steht eine klare Aufforderung, zum Beispiel den Shop zu besuchen, einen Rabattcode zu nutzen oder dem Profil zu folgen. Bei organischen Beiträgen darf der CTA dezenter ausfallen, bei Anzeigen sollte er eindeutig sein. Ein Video ohne CTA ist im Werbekontext verschenktes Potenzial.

UGC Video für TikTok, Instagram und Ads: Was die Plattformen verlangen

Ein UGC Video wird fast immer im Hochformat 9:16 gedreht, weil TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts den Bildschirm so komplett ausfüllen. Für die Länge hat sich ein Bereich zwischen 15 und 45 Sekunden bewährt. Kürzere Clips eignen sich für Hook-Tests, längere für Tutorials. Die genauen technischen Vorgaben unterscheiden sich je nach Plattform und Anzeigenformat. TikTok listet etwa Seitenverhältnisse, Auflösung und Dateiformate für Videoanzeigen in den offiziellen Spezifikationen für TikTok Video Ads auf.

Ein Punkt, der oft vergessen wird, ist die sogenannte Safe Zone. Auf TikTok und Instagram überlagern Profilname, Bildunterschrift und Buttons Teile des Bildes, vor allem am unteren und rechten Rand. Wichtige Texteinblendungen und das Produkt selbst gehören deshalb in die Bildmitte. Untertitel sind ebenfalls Pflicht, weil viele Nutzer Videos ohne Ton anschauen.

Für UGC auf TikTok gilt außerdem, dass Trends und Sounds eine größere Rolle spielen als auf anderen Plattformen. Auf Instagram wirkt ein etwas ruhigerer, ästhetischerer Stil oft besser. Wenn ein Video als Anzeige über das Profil des Creators ausgespielt werden soll, spricht man von Whitelisting oder auf TikTok von Spark Ads. Das muss vorher ausdrücklich vereinbart werden, weil die Marke dann im Namen des Creators wirbt.

Was kostet ein UGC Video?

Die Preise für ein UGC Video hängen stark von der Erfahrung des Creators, dem Aufwand und vor allem von den gewünschten Nutzungsrechten ab. Als grobe Orientierung zeigen Preisübersichten großer UGC-Plattformen und Anbieter aktuell folgende Spannen: Einsteiger verlangen etwa 80 bis 150 Euro pro Video, erfahrene Creator liegen meist bei 150 bis 300 Euro, und sehr gefragte Profis rufen auch 500 Euro und mehr auf. Das sind Richtwerte, keine festen Tarife.

Zum Grundpreis kommen häufig Aufschläge hinzu. Diese Posten solltest du bei der Budgetplanung im Blick haben:

  • Nutzungsrechte für Werbeanzeigen: oft 30 bis 50 Prozent auf den Grundpreis, je nach Laufzeit und Kanälen
  • Rohmaterial: wer das ungeschnittene Material selbst weiterverarbeiten will, zahlt häufig ebenfalls 30 bis 50 Prozent extra
  • Zusätzliche Hook-Varianten: pro Variante meist ein kleinerer Fixbetrag
  • Whitelisting oder Spark Ads: wird oft monatlich abgerechnet, solange die Anzeige über das Creator-Profil läuft

Gerade die Nutzungsrechte sorgen regelmäßig für Missverständnisse. Ein Video, das nur organisch auf dem Firmenprofil laufen darf, ist günstiger als eines, das zwölf Monate lang als Anzeige geschaltet wird. Kläre deshalb vor dem Auftrag schriftlich, wo, wie lange und in welcher Form das Video genutzt werden darf. Wie du dabei vorgehst und worauf du bei der Auswahl achten solltest, liest du in unserem Artikel.

Wenn du selbst als Creator UGC Videos erstellen und anbieten möchtest, findest du den Einstieg in diesem Beitrag:

Typische Fehler bei UGC Videos

Der häufigste Fehler ist ein Video, das zu sehr nach Werbung aussieht. Perfektes Licht, auswendig gelernte Werbesätze und ein steriler Hintergrund nehmen dem Format genau das, was es stark macht. Das Video darf ruhig ein bisschen unperfekt sein, solange Bild und Ton gut verständlich sind.

Ebenso problematisch ist ein schwacher Einstieg. Wenn das Produkt erst nach zehn Sekunden auftaucht oder der Creator mit einer langen Vorstellung beginnt, ist ein Großteil der Zuschauer bereits weg. Die Hook muss sofort sitzen.

Auf Unternehmensseite führt ein unklares Briefing oft zu Ergebnissen, die an den Erwartungen vorbeigehen. Ein gutes Briefing nennt die Zielgruppe, die eine Kernbotschaft, das gewünschte Format, No-Gos und den geplanten Einsatzort des Videos. Gleichzeitig sollte es dem Creator genug Freiraum lassen, damit das Video nicht wie abgelesen wirkt.

Fazit: Ein gutes UGC Video ist kein Zufall

Ein UGC Video wirkt locker und spontan, steckt aber im besten Fall voller Planung. Das passende Format, eine starke Hook, eine klare Botschaft und die richtigen technischen Einstellungen entscheiden darüber, ob das Video im Feed untergeht oder tatsächlich verkauft. Wer zusätzlich die Nutzungsrechte sauber regelt, vermeidet spätere Diskussionen und kann das Material flexibel für organische Beiträge und Anzeigen einsetzen.

Häufige Fragen zum UGC Video

Ein UGC Video ist ein kurzes, authentisch wirkendes Video, in dem eine Person ein Produkt zeigt, testet oder empfiehlt. Es wird meist von einem beauftragten UGC Creator gedreht und anschließend von der Marke auf eigenen Kanälen oder als Anzeige veröffentlicht.

Als grobe Orientierung liegen einzelne Videos in Deutschland zwischen etwa 80 und 300 Euro, sehr erfahrene Creator verlangen auch mehr. Nutzungsrechte für Werbeanzeigen, Rohmaterial oder zusätzliche Hook-Varianten werden häufig separat berechnet.

Für die meisten Einsatzzwecke haben sich 15 bis 45 Sekunden bewährt. Kurze Varianten eignen sich gut für Anzeigen und Hook-Tests, längere für Tutorials und ausführliche Reviews.

Nein. Ein UGC Creator verkauft den Content und nicht die eigene Reichweite. Entscheidend sind Qualität, Glaubwürdigkeit und ein gutes Gespür für die Zielgruppe der Marke.

Ja, wenn die entsprechenden Nutzungsrechte vereinbart wurden. Am besten wird schriftlich festgehalten, auf welchen Kanälen, wie lange und in welcher Form das Video eingesetzt werden darf.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung. Wir nutzen moderne KI-Tools als Unterstützung beim Schreiben. Alle Inhalte werden von uns manuell geprüft und mit unserer Erfahrung abgeglichen.

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Martin Jansen
UGC-Creator